30.08.2026 – Schloß Borbeck: Ausstellung würdigt die letzten drei Herrscherinnen im Stift Essen

30.08.2026 – Schloß Borbeck: Ausstellung würdigt die letzten drei Herrscherinnen im Stift Essen

Bis zum 10. November ist noch Zeit für alle, die die Jubiläumsausstellung im Wirtschaftsgebäude auf Schloss Borbeck nicht nicht gesehen haben. Die Ausstellung „Drei Essener Herrscherinnen – 1726, 1776, 1826“ – zeigt Einblicke in das Leben der drei letzten Landesherrinnen des Stifts Essen. Geöffnet ist die Ausstellung dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Im Jahr 2026 jährt sich der Todestag der drei letzten Herrscherinnen des Fürstentums Essen. Schloß Borbeck als „FrauenOrt NRW“ erinnert mit einer Sonderausstellung in der Städtischen Galerie Schloß Borbeck an Bernardine Sophia von Ostfriesland und Rietberg (1654-1726), Franziska Christine von Pfalz-Sulzbach (1696-1776) und Maria Kunigunde von Sachsen (1740-1826).

Schloß Borbeck präsentiert die drei letzten Essener Herrscherinnen des Fürstentums Essen: Erinnert wird an den 300. Todestag der Fürstin-Äbtissin Bernardine Sophia von Ostfriesland und Rietberg (1654-1726) im Jahre 1726 und den Regierungsbeginn Franziska Christines von Pfalz-Sulzbach (1696-1776). Sie starb im Jahr 1776 und damit vor 250 Jahren. 1776 trat Maria Kunigunde von Sachsen (1740-1826) ihr Amt an. Sie war die letzte Herrscherin, die über den fast 1.000 Jahre bestehenden Kleinstaat regierte.

Die Ausstellung wirft einen neuen Blick auf diese drei mächtigen Frauen, die das Fürstentum regierten – teilweise auch von Borbeck aus: Bernardine Sophia regierte seit 1691 und verteidigte unnachgiebig ihr Fürstentum gegen Brandenburg-Preußen und die protestantische Stadt Essen. Sie fördert die Mädchenbildung und gilt als größte Wohltäterin der B.M.V.-Schule. Franziska Christine regierte in Thorn seit 1717, in Essen seit 1726 und gründete das Waisenhaus in Steele, die heutige Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung. Zudem erweiterte und baute sie Schloß Borbeck um. Maria Kunigunde, die in Essen und Thorn von 1776 bis zum Ende des Fürstentums 1803 regierte, trat in Dresden in ihrer Jugend in einer Hauptrolle als Opernsängerin auf. Als Herrscherin vertrat sie aufgeklärte Ideen in Politik und Pädagogik und förderte die beginnende Industrialisierung.

Die Geschichtsschreibung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts hat diese Frauen lange verachtet, verkannt und diffamiert. Bislang unbeachtete Quellen wie private Briefe und Dokumente zeigen diese Frauen jedoch in einem anderen Licht. Sie beleuchten ihre Herausforderungen und Errungenschaften. Darüber hinaus zeigen sie ihre Fürsorge und Verdienste um die Politik ihres kleinen Territoriums in Bezug auf Bildung, Religion und Verbesserung des Lebensstandards. Erstmals stehen diese drei Fürstinnen-Äbtissinnen als eigenständige Frauen im Mittelpunkt einer gemeinsamen Ausstellung.

Unser Lesetipp: „Macht in Frauenhand – 1000 Jahre Herrschaft adliger Frauen in Essen. Autorin ist die Borbecker Historikerin Dr. Ute Küppers-Braun, die schon früh über die Essener Fürstinnen-Äbtissinnen forschte. Das Buch erschien 2002 im Essener Klartext-Verlag und ist in Online-Antiquariaten noch erhältlich.

Fotos: Hermann Bovens

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