Wilde Wildstraße? Mitnichten!
Aus dem Dia-Archiv des Kultur-Historischen Vereins hat Udo Kühn auch diese Reproduktion, einer Reproduktion, einer Reproduktion digitalisiert. Deswegen ist sie recht unscharf. Das Bild wurde offenbar aus einer Zeitung abfotografiert. Das erkennt man an den vielen Punkten, aus denen sich das Bild zusammensetzt. Die alten Drucker nannten das Raster „Moiré-Effekt“ – dieses nur am Rande.
Das Bild trägt die Information „Kolonie Emil-Emscher, Wildstraße, Vogelheim, 1907“. Zwei Dinge fallen auf: 1. Die Kinder laufen alle barfuß, Jungen sind dunkel gekleidet, die Mädchen tragen weiße Schürzen.
2. Links liegen Schienen auf der Straße.
1905 erhielt die Wildstraße ihren Namen. Sie war also ein Neubaugebiet für die zahlreichen Bergleute, die auf Emil-Emscher schufteten. Auf den Schienen wurde Material – vermutlich für den Bau der Häuser – herangeschafft. Also: Alles ging ganz ordentlich zu. Nichts mit wild!
In dieser Zeit war Vogelheim noch von Wald umgeben, war also nicht nur ein „Heim für Vögel“, sondern auch für Wild, das durch die Borbecker Mark streifte. Bürgermeister Rudolf Heinrich leitete zu dieser Zeit die Geschicke der Bürgermeisterei Borbeck, er ließ neue Straße und Wege bauen und gab ihnen – aus Kostengründen – möglichst kurze Namen.
