24.10.2026 Ich wollt, ich hätt‘ ein Huhn

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Rassegeflügelzuchtverein Borbeck wird 125 Jahre alt – Zuchtausstellung auf dem Steenkamp Hof

1901 war das Gründungsjahr des Geflügelzuchtvereins Borbeck. Bereits 1892 war der erste Geflügelzuchtverein auf dem heutigen Essener Stadtgebiet gegründet wurden. Es waren die Rassegeflügelzuchter „Werden und Umgebung“. Dann folgten die Borbecker, die Züchter von der Meisenburg (1903) und die aus Burgaltendorf (1905).

Zwar hatte es schon Jahrzehnte Hühnerhaltung auf den Höfen und Kotten sowie in den Gärten der Menschen gegeben, doch um 1900 herum erwachte die Begeisterung für die Zucht. Die Hühnerhalter wollten nicht mehr nur ihre Familie mit Eiern und Fleisch versorgen. Sie widmeten sich den verschiedenen Hühnerrassen und wollten ihre besonderen Eigenschaften und ihr Aussehen entwickeln und erhalten.

Und wo kann man besser zusammenarbeiten, Erfahrungen austauschen, Zuchttiere miteinander vergleichen, Tipps geben und bekommen? Im Verein!

Schon 1898 waren die Züchter unserer Gegend der Meinung, dem Vorbild des Rheinischen Verbandes folgend, auch sich eine gemeinsame Struktur geben zu müssen. Bürgermeister Goerres wurde Vorsitzender des Verbandes der Geflügelzuchtvereine von Essen Stadt und Land gewählt.

Nun veranstaltete man Zuchtschauen, in denen die schönsten und besten Tiere durch einen Richter bepunktet und prämiert wurden. (Das Bild im Text stammt überigens aus einem Schulbuch des BSV aus dem Jahr 1968.)

In der Chronik des Essener Stadtverbandes steht zu lesen:

„Überliefert ist, dass bis zum Ausbruch des ersten Weltkriegs regelmäßig Rassegeflügelausstellungen durchgeführt wurden.

Vom 1.-3. Dezember 1922 wurde in den Essener Ausstellungshallen die 3. Nationale Zwerghuhnschau vom Verein Westdeutscher Zwerghuhnzüchter, Sitz in Essen, mit über 770 Tieren durchgeführt.

In den folgenden Jahren fanden in Essen mit der „Großen Westdeutschen Rassegeflügelschau“, auch GROWEGA genannt, eine der größten Ausstellungen der damaligen Zeit überhaupt statt.

Ein weiterer Meilenstein war 1932 die Durchführung der 29. Nationalen Geflügelausstellung, die ferner mit der Ausrichtung der Bundesversammlung im städtischen Saalbau verbunden war. Das Besucherinteresse bei diesen Veranstaltungen war so riesengroß das  die Besucher bereits am Freitag und Samstag mit den verbilligten Sonntagsfahrkarten anreisen durften.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs begann sich ab 1946 das Vereinsleben in Essen wieder neu zu gestalten. Bereits im Jahr 1947 gehörten dem Kreisverband Essen wieder 21 Vereine mit 940 Geflügelzüchtern an. Ab 1949 bis 1961 fand dann wieder jährlich die GROWEGA, durchgeführt vom Kreisverband Essen, in den Ausstellungshallen an der Gruga statt. 1960 wurden rund 7500 Tiere auf Grund der großen Nachfrage angenommen. Da in den Nachbarländern jedoch die Vogelgrippe vorherrschte, blieben wegen veterinärpolizeilicher und zollrechtlicher Bestimmungen viele Käfige leer. Für den Verband ergaben sich dadurch große Verluste bei der Abrechnung dieser Schau und in Essen ging die Zeit der großen Ausstellungen leider zu Ende.“

Da jedoch die Kleintierhaltung im Essener Stadtgebiet in den 70-ziger Jahren immer problematischer war, wurde 1976 der Stadtverband der Kleintierzüchter gegründet, unter der Federführung von Ludger Zumbrägel. So gelang es nach vielen Gesprächen mit den Verantwortlichen der Stadt Essen sukzessive mehrere Zuchtanlagen auf Essener Stadtgebiet einzurichten. Damit konnten einige Essener Zuchtfreunde auch weiterhin ihrem geliebten Hobby nachgehen.

Von 1980 –1986 fand die Stadtverbandsschau in den Räumlichkeiten des Revierparks Nienhausen statt. Die Besucherresonanz war sehr gut, jedoch die Ausstellungskapazitäten bei 750 Tieren ausgeschöpft. 1987 fand die Stadtverbandsschau in den Räumen der Borbecker Dampfbierbrauerei statt. Von 1988-1992 war das KUTEL in Essen-Heidhausen, das Platz für über 1000 Tiere bot, nun das Domizil der Essener Stadtverbandsschauen.

Von 1980 –1986 fand die Stadtverbandsschau in den Räumlichkeiten des Revierparks Nienhausen statt. Die Besucherresonanz war sehr gut, jedoch die Ausstellungskapazitäten bei 750 Tieren ausgeschöpft. 1987 fand die Stadtverbandsschau in den Räumen der Borbecker Dampfbierbrauerei statt. Von 1988-1992 war das KUTEL in Essen-Heidhausen, das Platz für über 1000 Tiere bot, nun das Domizil der Essener Stadtverbandsschauen.

Unter der Ägide des Borbecker Züchters Ludger Zumbrägel wurde der Traum vom Bau einer Mehrzweckhalle, gemeinsam mit dem Brieftaubenverband in Angriff genommen und realisiert. Am 15. Mai 1996 wurde dann in Bergeborbeck die „Mehrzweckhalle Zinkstraße 26“ feierlich eingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben. Der Stadtverband Essen hatte wieder eine neue und dauerhafte Heimat für seine Stadtverbandsschauen gefunden.

Dem Stadtverband Essen gehören derzeit (2023) die Vereine RGZV Essen -Werden (von 1892), RGZV Essen-Borbeck (von 1901), RGZV Essen-Meisenburg (von 1903), RGZV Essen-Burgaltendorf u. Umgegend (von 1905), RGZV „Edelzucht“ Essen-Katernberg-Beisen (von 1926) und der RGZV Essen-Byfang (von 1956) an.

Zurück zur Borbecker „Frühgeschichte“: Das erste Vereinslokal war Barnscheid am Weidkamp dort tagten . Sportgeflügelzüchter (Tauben) und Geflügelzüchter im Verein. Schon kurz nach der Gründung fanden erste erste Schauen statt. Es wurden jährlich solche Ausstellungen veranstaltet.

„Im Jahr 1914 wurde das Zeitalter der Anständigkeit zu Grabe getragen“, liest man im in der Broschüre zum 50-jährigen Bestehen des Vereins 1951. „Unser Geflügelzuchtverein blieb bei seiner Arbeit und konnte im Laufe des 1- Weltkrieges die Mitgliederzahl auf über 200 steigern. In der Hauptsache waren es Futtermitglieder. Geflügelfutter gab es im 1. Weltkriege nur über Geflügelzuchtvereine. Ein großer Teil dieser Futtermitglieder blieb auch noch dem Krieg dem Verein treu. Durch den II. Weltkrieg und dem Zusammenbruch gingen die Unterlagen aus der Zeit verloren, doch es gab ein Vereinsleben auch in dieser Zeit. Das 40-jährige Bestehen konnte 1941 während der Kreisverbandsschau im Saale K. Knotte in Dellwig begangen werden. In den Jahren danach wurden Ausstellungen bei Niestendiedrich in Dellwig veranstaltet.

Brutmaschine, Abbildung aus einem zeigenössischen Buch für die Großgeflügelhaltung. 5. Auflage 1925

Zu den zahlreichen Lokalitäten, in denen Zuchtausstellungen auf die Beine gestellt wurden, zählte auch das Borbecker Schloss war – vor dessen Umwandlung in das Kulturzentrum. Beim jungen Publikum besonders beliebt waren dort frisch geschlüpfte Küken aus dem Brutapparat.

Seit vielen Jahren nun gibt es eine schöne Zusammenarbeit zwischen dem Rassegeflügelzuchtverein Borbeck 1901 und Kultur-Historischen Verein Borbeck e.V. – Die Ausstellungen finden seitdem stets am letzten Oktober-Wochenende auf dem Steenkamp-Hof statt. Und auch beim jährlichen Denkmaltag sind einige Tiere in ihren Volieren zu Gast. Bestaunt werden dann vor allem die Seidenhühner, deren Federn einem prächtigen Haarkleid ähneln.

Die Jubiläumsausstellung des Rassegeflügelzuchtvereins Essen-Borbeck 1901 ist am
Samstag, 24.10. 2026 von 14.00 – 18.00 Uhr und
Sonntag, 25.10. 2026, von 10.00 – 14.00
am Steenkamp Hof, Reuenberg 47a, 45357 Essen
Präsentiert werden 19 große Hühner, 39 Zwerghühner, 1 Schauvoliere, 19 Paar Ziergeflügel.. Für das leibliche Wohl – nicht nur fürs Federvieh – ist gesorgt .

Wer sich für Geflügelzucht interessiert, kann sich an Michael Conradshaus, Tel.: 01751264303, wenden.

Ein Hinweis an die Besucher: Auf dem Hof gibt es keine Parkplätze. Der Fußweg ist eine Feuerwehrzufahrt. Bitte parken Sie oben auf dem Reuenberg.

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