
Ein Blick zurück – Gruß aus der Wilhelmstraße
Beim flüchtigen Hinsehen könnte man sich vertun. Die Mauer am rechten Bildrand erinnert irgendwie an die Friedhofsmauer an der Friedenstraße, der heutigen Hülsmannstraße. Am Ende der Mauer steht ein besonders schmuckes Haus. Auch heute ist der Altbau, in dem eine Apotheke und Arztpraxen untergebracht sind, noch sehenswert, obwohl es im Krieg mächtig zerstört worden war.
Doch der Blick auf dieses Haus geht auf dieser Ansichtskarte von der damaligen Wilhelmstraße aus (heute Marktstraße/davor Borbecker Straße). Den Germaniaplatz darf man hinten links auf dem Bild vermuten. Die Karte liegt dem KHV als Dia vor, das nun von Udo Kühn digitalisiert wurde.
Die Mauer rechts im Bild gehört – falls die Karte älter als 100 Jahre ist – zur am Germaniaplatz gelegenen Villa der einflussreichen Familie Leimgardt. Diese Villa verfügte über einen sehr großen Park.
Ist das Bild nach dem Jahre 1921 entstanden, dann gehört die Mauer zum Exerzitienhaus, das in jenem Jahr eingeweiht wurde. Leimgardts hatten ihr Anwesen für eine Mio. Reichsmark an die Ordensgemeinschaft der Oblaten der makellosen Jungfrau (O.M.I.) verkauft.
Heute steht dort die Borbecker Post. Man sieht: In Borbeck wurde schon immer an- und umgebaut.
Für Leserinnen und Leser, die genauer hinschauen: Im Geschäft vorne links gab es eine stattliche Anzahl an Holzkreuzen mit Jesusfigur zu kaufen, dazu einige Marienstatuen und andere Devotionalien.